EBPP-Modelle
Klassischerweise wurde zwischen zwei verschiedenen Modellen des EBPP unterschieden:
- Das Direct (Billing) Model
- Das Consolidator Model
Beide Modelle enthalten wieder jeweils 2 Varianten. Während im Direct-Model Rechnungssteller und –empfänger direkt miteinander Informationen austauschen, fungiert im Consolidator-Model z.B. ein Finanzinstitut als Intermediär, der Rechnungsdokumente sammelt und dem Empfänger präsentiert.
Im Direct-Model kann die EBPP-Plattform grundsätzlich von beiden Teilnehmern (B2B) bereitgestellt werden, deshalb wird in ein Seller-Direct-Model (Bereitstellung auf Seite des Erstellers), und Buyer-Direct-Model (Bereitstellung auf Seite des Empfängers) unterschieden. Beim Consolidator-Model wird zwischen einem Thick-Consolidator (alle Rechungsdaten werden durch einen Dienstleister zugänglich gemacht) und einem Thin-Consolidtor (es werden nur aggregierte Daten bereitgestellt) unterschieden. Diese Unterscheidung hat sich herausgebildet, da einige Anwender befürchteten, über das Thick-Consolidator-Model den Kontakt zum Kunden zu verlieren.
In der Praxis hat das Buyer-Direct-Model keine weitere Bedeutung, da die Struktur des Modells den im Markt etablierten Strukturen widerspricht und so kaum Akzeptanz findet. Das Seller-Direct-Model, wie auch das Consolidator-Model (ohne nähere Spezifikation welche Variante) konnten sich beide im Markt etablieren, wobei sich noch kein klarer Trend abzeichnet, welches Modell sich durchsetzten wird. Zu beachten ist, dass beide Modelle im B2B, wie auch im B2C angewendet werden
Das Direct Model hebt auf eine unmittelbare Beziehung zwischen Rechungssteller und Rechungsempfänger ab. Der Rechnungsempfänger besucht den geschützten Bereich des Rechungsstellers und betrachtet doch seine vorliegenden Dokumente (Abrechnungen). Als Nachteil werden für den Rechnungssteller oft die hohen Implementierungskosten und Wartungsaufwände genannt; für den Rechnungsempfänger gab es in der Vergangenheit ein Akzeptanzproblem.
Beim Consolidator-Modell kann der Rechnungsempfänger alle (Lieferanten-)Rechnungen über eine Plattform empfangen. Dem System wird mangelnde Flexibilität nachgesagt, da typischerweise Standardformate des Consolidators unterstützt werden müssen.
Heute gibt es Systeme wie die BillPortal Suite, die die Vorzüge beider Verfahren in einer Anwendung vereint; der Rechnungssteller ist dabei nicht an Standardformate gebunden.